Die Aufgaben des Arztes im Sozialpädiatrischen Zentrum

Dr. Hermann Kühne und Prof. Dr. Ronald G. Schmid

Überblick

Den ersten Kontakt hat ein Patient bei der Anmeldung mit der Leitstelle des Sozialpädiatrischen Zentrums. Dabei werden die Termine zur Betreuung vereinbart. Meistens wird bei der ersten Vereinbarung ein Untersuchungszeitraum von 3 – 6 Stunden, auf 2 – 3 Termine verteilt, festgelegt. Der erste Untersuchungstermin findet bei einem Arzt statt. Im folgenden Kapitel wird geschildert, was während dieser ärztlichen Untersuchungen geschieht. Im Kapitel 16.1 ("Arzt im SPZ") wird die Arbeit des Arztes im SPZ vorgestellt. Dies insbesondere unter dem Aspekt, was bei der Erstvorstellung untersucht wird, aber auch welche darüber hinausgehenden Aufgaben der Arzt hat. An anderen Stellen des Buches werden spezielle ärztliche Aufgaben wie die Herzuntersuchung bei Verdacht auf Herzfehler, die Prüfung der Sinnesorgane bei Verdacht auf (u. a.) Sehstörung, Hörstörung und vieles andere mehr dargestellt. Falls die Diagnostik erweitert werden muss oder falls eine Therapie durchgeführt werden soll, wird nach dem Erstkontakt mit dem Arzt der Patient Kontakt mit dem "Team" bekommen.

Was Team bedeutet und wie es organisiert ist, wird in Kapitel 16.2. erläutert. Der Arzt ist Leiter des Teams und auch immer wieder Ansprechpartner während der weiteren diagnostischen und therapeutischen Betreuung des Patienten. 

Einen besonderen Stellenwert hat auch für den Arzt das Kapitel "Psychologische Diagnostik" im SPZ (Kapitel 18.3.). Hier wird ausführlich geschildert, wie Testung und Psychodiagnostik ablaufen, was den Patienten erwartet und warum welche Tests mit welcher Fragestellung gemacht werden. Am Ende dieses diagnostischen Verfahrens steht die Therapie. Diese Therapie kann entweder bei dem erstbetreuenden Arzt weitergeführt werden oder bei einem anderen Mitglied des Teams, d. h. in der Regel bei einer "anderen Berufsgruppe". Die Betreuung beim erstuntersuchenden Arzt wird in der Regel dann weitergeführt werden, wenn die medizinische Problematik im Mittelpunkt steht, wie es z. B. bei Asthma bronchiale, Epilepsie oder schweren neurologischen Störungen sein kann. Auch wenn eine Psychotherapie durchgeführt wird (Kapitel 17), kann diese möglicherweise beim erstbetreuenden Arzt, möglicherweise aber auch bei einem anderen Mitglied des Teams, z. B. bei einem der Psychologen, weitergeführt werden. Wird Krankengymnastik, Logopädie, Ergotherapie, MontessoriTherapie oder eine andere Therapie als notwendig erachtet und in Absprache mit den Eltern begonnen, so wird der erstuntersuchende Arzt das Kind nur ca. alle drei Monate sehen, um den Therapiefortschritt festzustellen und mit den Eltern das weitere Vorgehen zu besprechen.



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