Die Krankenhausschule an der pädiatrischen Station der Kreisklinik Altötting

Gesetzliche Vorgaben

Seit dem Schuljahr 1989/90 regelt das "Haus- und Krankenunterrichtsgesetz" die schulische Versorgung von Kindern, die längere Zeit im Krankenhaus behandelt werden müssen. Neben den selbstständigen Schulen für Kranke gibt es Schulen, die wegen ihrer geringen Anzahl an Schülern an andere Schulen angegliedert sind. Dies trifft auch auf die Situation der Schule der Kreisklinik Altötting zu. Die Stammschule der im Krankenhaus unterrichtenden Lehrer ist das Sonderpädagogische Förderzentrum in Neuötting. Neben dem Unterricht im Krankenhaus, der in der Regel zwei Unterrichtseinheiten täglich umfasst, sind noch Stunden am Förderzentrum abzuhalten. Durch die Neugründung der psychosomatischen Abteilung innerhalb der Pädiatrie hat sich auch die Situation der Krankenhausschule verändert. Unter richtet werden alle schulpflichtigen Kinder und Jugend lichen dieser Station. Zusätzlich nehmen Schüler aus der Kinderstation, die längerfristig behandelt werden, am Unter richt teil. In der Krankenhausschule gibt es keinen eigenen Unterrichtsraum. Ein Besprechungszimmer wird für diese Zeit zum Schulzimmer.

Warum Unterricht im Krankenhaus?

Der Bildungs- und Erziehungsauftrag gilt auch für kranke Kinder und Jugendliche. Der Lehrer vermittelt in dieser fremden Umgebung Wissen und Können, er berät und hilft ganz individuell. So wird die Rückkehr in den normalen Schulbetrieb vorbereitet und es werden Befürchtungen vermindert, den Anforderungen der Regelklasse nicht mehr zu genügen.

Dies ist vor allem für diejenigen Schüler wichtig, die über einen längeren Zeitraum im Krankenhaus bleiben müssen. Zusätzlich wird durch die Teilnahme am Unterricht ihr Blick weg von der Krankheit auf Alltägliches – eben Schule – gerichtet. Jedes Kind und jeder Jugendliche erlebt seine Krankheit anders und muss sie verkraften. Gefühle der Angst, der Unsicherheit, der Langeweile und auch des Heimwehs wirken sich negativ auf das Lern- und Arbeitsverhalten aus. Um diesem entgegenzuwirken, findet Unterricht unter besonderer Berücksichtigung von Krankheit, Krankenhausaufenthalt, individuellen Bedürfnissen und der momentanen Lebenssituation statt. Besonders für Kinder und Jugendliche der psychosomatischen Station ist es wichtig, dass ihr Alltag strukturiert und rhythmisiert ist und eine Zukunfts per spektive bietet. Hier leistet die Schule einen weiteren wichtigen Beitrag: Festgelegte Unterrichts zeiten, das Geben von Hausaufgaben, aber auch Lob und Kritik sind wichtige Punkte für die Wiederein gliederung in den normalen Schulbetrieb.

Was wird in dieser Schule gemacht?

Orientiert am Lehrplan der entsprechenden Schulart und Jahrgangsstufe ermöglicht die Schule einen Anschluss an den Lernstoff der Heimatklasse. In Gruppen bis zu 10 Schülern wird meist an Hand der Unterlagen der Heimatschule versucht, die durch die Abwesenheit entstandenen Lücken zu füllen. Hierbei arbeiten die Schüler vorrangig in den Schwerpunktfächern Deutsch und Mathe matik sowie in den Sprachen. Sachfächer werden je nach Leistungsfähigkeit in das Lernen mit einbezogen (Abb.4.19). Individualisierung kennzeichnet somit den Krankenhausunterricht (Abb. 4.20).

Jedem Kind muss in seiner jeweiligen Schul- und Krankheitssituation Rechnung getragen werden. Auf Grund der besonderen Situation kann es gut sein, dass ein Erstklässler neben einem Gymnasiasten oder sogar Berufsschüler lernt. So ergibt es sich manchmal, dass der Berufsschüler dem Grundschüler bei einer Aufgabe hilft, dass der Sitznachbar das gesuchte englische Wort weiß oder dass Tipps für die Arbeit mit dem Wörterbuch von den Großen an die Kleinen weitergegeben werden. Aber auch Spannungen und Abneigungen müssen die Schüler in einer so bunt gemischten Gruppe, die ständigen Änderungen unterliegt, aushalten bzw. auszuhalten lernen. Hier wird von allen Beteiligten Flexibilität, Geduld, Rücksichtnahme und soziale Kompetenz gefordert.

Aufgabe der Eltern

Ein weiteres wichtiges Bindeglied in der Sorge um den erkrankten Schüler sind die Eltern. Ihre Aufgabe ist es, engen Kontakt mit der Heimatschule zu halten, so dass die Lehrkraft der Kranken hausschule regelmäßig über den Leistungsstand der Klasse in der Heimatschule informiert wird. Meist geschieht dies schnell und unkompliziert.



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