Die Kinderstation im Zentrum für Kinder und Jugendliche

Prof. Dr. Ronald G. Schmid

Der Kinderstation (E 5 / E 6) wurde mit der Eröffnung der Kreisklinik Altötting im Juli 1985 eingerichtet. Wie schon andernorts geschildert, übernahm sie die Aufgaben des Kinderkrankenhauses St. Elisabeth und ging mit 40 Betten in Betrieb.

Durch den Ausbau der Intensivstation wurden fünf neonatologische Intensivbetten geschaffen (Kapitel 4.2), so dass derzeit 45 Betten vorgehalten werden.

Die Kinderstation bestand zu Beginn aus acht 2/3-Bett-Zimmern der Normalstation, vier 2/3-Bett-Zimmern auf der Isolierstation, zwei Säuglingszimmer mit 4–5 Betten und zwei Räumen auf der Intensivstation mit 8 Betten.

Abb.: Blick in ein Krankenzimmer. Die ursprünglichen Zweibettzimmer in der Pädiatriemussten wegen der hohen Nachfrage zum größten Teil in 3-Bett-Zimmer umgewandeltwerden

Die Intensivstation wurde 1992 um einen dritten Raum auf 10 Betten erweitert.

Mit dem Anbau des Zentrums für Kinder und Jugendliche wurden im September 1998 weitere sechs 2/3-Bettzimmer in Betrieb genommen. Eine Ausweitung der Planbetten hat damit aber nicht stattgefunden. Die hinzukommenden Räume dienen in erster Linie dazu, mehr Platz für die Aufnahme von Begleitpersonen zur Verfügung zu haben.

Abb.: Mutter-Kind-Aufnahme: In einem Raum werden in der Regel zwei Kinder und zwei Begleitpersonen aufgenommen. Durch den Erweiterungsbau 1998 wurden die knappen Möglichkeiten, Kinder mit Begleitpersonen aufzunehmen, verbessert

Von den 40 Betten der Normalstation wurden landesplanerisch auf Antrag der Kreisklinik Altötting 15 Betten zum 01.01.2005 in "Psychosomatische Betten" umgewandelt (Kap. 4.4).

Zur Versorgung dieser Patienten sind 38 Kinderkrankenschwestern angestellt. Die Minimalbesetzung liegt während der Nachtschicht bei 4 Kinderkrankenschwestern.

Der ärztliche Stellenplan besteht aus einem Chefarzt, vier Oberärzten und elf Assistenzärzten. Im Jahre 1996 wurde mit der Erweiterung der Intensivstation auf 5 Betten ein 24-Stunden-Schichtdienst eingeführt. Daneben ist für die gesamten 24 Stunden ein Bereitschaftsdienst, der im Krankenhaus bleibt, und zwei Rufbereitschaftsdienste, die zu Hause zur Verfügung stehen, eingeteilt. Die vier parallel zur Verfügung stehenden Dienste als Minimalbesetzung wurden durch die Erweiterung der Intensivstation sowie durch die ständig zunehmende Versorgungsnachfrage in der Notfallambulanz erforderlich.

Unterstützung bei der Abdeckung der Bereitschaftsdienste finden die in der Kreisklinik angestellten Ärzte durch die Chefärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie, die sechs Oberärzte und acht Assistenzärzte des Zentrums für Kinder und Jugendliche.

Die anderen Fachärzte des ZKJ (z. B. HNO-Arzt) nehmen am Bereitschaftsdienst nicht teil.

Für die qualifizierte Versorgung der Kinder stehen der Kinderstation weiterhin zur Verfügung:

  • eine Erzieherin, die das Spielzimmer betreut,
  • eine Lehrerin, die vom Schulamt für die schulische Betreuung der Kinder delegiert wurde,
  • ein Seelsorger, der von der Diözese mit der Betreuung der Kinderstation beauftragt wurde,
  • zwei Krankengymnastinnen,
  • das Therapeutenteam aus dem Zentrum für Kinder und Jugendliche.

Weiterhin stehen die große krankengymnastische Abteilung der Kreisklinik mit Gymnastikraum und Hallenbad, das Personal der Küche, insbesondere die Diätassistentinnen, die Möglichkeiten der Funktionsdiagnostik und die "technische" Infrastruktur des Hauses zur Verfügung.

Es besteht auch eine enge Beziehung zu den operativen Abteilungen und der Geburtshilfe.Beratend sind Fachleute des ZKJ auf der pädiatrischen Station tätig.

Abb.: Wohnorte der stationär aufgenommenen Patienten. Links neonatologischeIntensivstation, rechts Station für Kinder und Jugendliche

Welche Krankheiten werden behandelt? 

Der größte Teil der stationär behandelten Kinder kommt aus den Landkreisen Altötting, Mühldorf und Rottal-Inn (Abb.4.4), wobei geringe Unterschiede zwischen Normalstation und Intensivstation bestehen.

Grundsätzlich werden alle in der Pädiatrie vorkommenden Krankheiten in der Kinder station der Kreisklinik Altötting behandelt. Die Behandlung dieser Kinder erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Universitätskinderklinik (Dr. von Haunersches-Kinderspital) in München. Insbesondere müssen dort die neonatologische Intensivstation, die pädiatrische Intensivstation und die kinderchirurgische Abteilung sowie einige andere Spezialabteilungen für eine qualifizierte Versorgung der Kinder mit in Anspruch genommen werden. Wird durch die Diagnostik ersichtlich, dass eine bessere Behandlung in München als vor Ort möglich wäre, so werden die Kinder in die entsprechende Klinik verlegt und ggf. zur Weiterbehandlung im Anschluss stationär oder ambulant wieder übernommen.

Zu den häufigsten Erkrankungen im Jahr 2010 gehörten die Verletzungen und Vergiftungen mit 939 Patienten, dicht gefolgt von den Krankheiten der Atmungsorgane (Pneumonie, akute Infekte, Asthma) mit 846 Patienten. Die Versorgung der Neugeborenen und Frühgeborenen steht mit 764 Patienten noch vor den Infektionskrankheiten mit 644 Diagnosen. An erster Stelle rangieren hier die Durchfallerkrankungen, die allein die Hälfte aller Infektionskrankheiten ausmachen. Hohe Patientenzahlen liegen noch in der Neuropädiatrie (Epilepsieanfälle, Kopfschmerzen), bei den Krankheiten der Verdauungsorgane (Verstopfung, Entzündungen) und in der Kinderurologie vor.



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