Jahr 1985

Das Jahr 1985 stand ganz im Zeichen des Umzuges vom Kinderkrankenhaus St. Elisabeth in das neue Kreiskrankenhaus Alt-/Neuötting. Umfangreiche Planungen und Abstimmungen waren vorzunehmen.

Aus meiner Sicht waren die Verhandlungen nicht ganz unproblematisch, da im neuen Haus wenig Wissen zum Betrieb eines Kinderkrankenhauses bzw. einer Kinderabteilung vorhanden war. Erschwert wurden diese Verhandlungen durch nicht immer ganz kompetente Aussagen der Berater. So wurde die Zahl der Schwesternstellen von 19 auf 13,5 gekürzt.

Besonders erwähnenswert ist, dass im Kinderkrankenhaus bis zur Schließung noch sieben Ordensschwestern des Dritten Ordens einen hohen Einsatz erbrachten, die dann durch BAT-Angestellte mit festgelegten Arbeitszeiten ersetzt wurden.

Nicht vorhersehbar war, dass während des ersten Jahres im Kreiskrankenhaus Alt-/Neuötting sich die Patientenzahl mehr als verdoppelte. Die dadurch entstehenden großen Probleme sind leicht nachvollziehbar und haben sich bis zum Beginn der 90er Jahre ausgewirkt.

Eine Besserung, insbesondere im Bereich des Stellenmangels bei den Pflegekräften, konnte erst durch ein Gutachten der Wibera und im weiteren Verlauf durch die Bundespflegeverordnung erzielt werden. Die heutige Schwesternzahl liegt bei 38. Eine ähnliche Entwicklung nahm auch die Zahl der Ärzte. Ab 15.08.1984 stieß Dr. Josef Haneder als erster Assistent, ab 01.09.1984 Frau Dr. Mann als erste Assistentin und ab 01.10.1984 Frau Dr. Komm zu dem anfänglichen Zweierteam Chefarzt/Oberärztin Frau Dr. Storch. Diese Zahl wurde dann auch kontinuierlich fortentwickelt. Der heutige Stellenschlüssel der Kinderstation besteht aus einem Chefarzt, vier Oberärzten und acht Assistenzärzten. Der Umzug verlief Ende Juni 1985 mit einer sehr stark reduzierten Belegung relativ komplikationslos.

Abb.: Artikel im Alt-/Neuöttinger Anzeiger am 30. Juni 1985 zur Schließung des Kinderkrankenhauses

Mit in das neue Krankenhaus wechselte auch die Krankengymnastin Frau Ingrid Lickleder, die schon im Kinderkrankenhaus St. Elisabeth ehrenamtlich tätig war und unter der Regie des Landkreises in ein Kurzzeitarbeitsverhältnis überwechselte.

Abb.: Frau Ingrid Lickleder bei der Krankengymnastik mit einem Säugling auf dem Pezzi-Ball

Frau Lickleder ist bis zum heutigen Tag engagiert in der praktischen Arbeit tätig, hat sich aber auch große Verdienste bei der Entwicklung des Zentrums für Kinder und Jugendliche erworben.

Bereits im Dezember 1984 fand im Franziskushaus Altötting der erste Kurs zur Entwicklungsneurologie vom Säuglings bis zum Jugendalter statt.

Abb. 3.6 Herr Diplompsychologe Schulz vom Kinderzentrum München (links) und Dr. Schimana (rechts), einer der ersten Assistenten, bei der Testung eines Kindes im Rahmen des Kurses Entwicklungsdiagnostik

Diese Kurse werden seitdem unter diesem und ähnlichen Themenstellungen zwei- bis dreimal pro Jahr veranstaltet, haben lange Anmeldezeiten und sind bundesweit bei Kinderärzten hoch geschätzt.



Copyright ZKJ
Altötting und
nytec-multimedia
2014