Jahr 1989

Das Jahr 1989 war bestimmt durch die beginnende Diskussion über die Gründung eines Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ). Bereits Mitte des Jahres 1989 zeichnete sich die gesetzliche Verankerung von Sozialpädiatrischen Zentren im Gesundheitsreformgesetz von Minister Norbert Blüm ab, das Ende 1989 in Kraft trat. Im Laufe des Jahres fanden zahlreiche Gespräche mit Herrn Verwaltungsleiter Frauscher, dem damals stellvertretenden Verwaltungsleiter Hampel und Herrn Kreiskämmerer Rapp statt. Von Seiten des Trägers bestanden – zu Recht – erhebliche Bedenken wegen der zu erwartenden Betriebsdefizite. Dies war insofern verständlich, als alle zu diesem Zeitpunkt tätigen Sozialpädiatrischen Zentren Defizite auswiesen. Am 14.12.1989 übersandte Professor Dr. Dr. h. c. Theodor Hellbrügge, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Leiter des Kinderzentrums München, an mich ein Schreiben, in dem er die Gründung eines Sozialpädiatrischen Zentrums in Altötting empfahl.

Abb.: Schreiben des Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie vom 14.12.1989 mit der Empfehlung zur Gründung eines SPZ

Die Betreuung von Gruppen chronisch kranker Kinder im ambulanten, aber auch im stationären Bereich wurde zunehmend ausgebaut. Ab dem Jahr 1989 wurde erstmals eine Gruppe von Adipositaskindern aufgenommen und stationär für die Dauer von drei Wochen betreut.

Abb.: Die erste Adipositasgruppe in Betreuung von Diätassistentin Frau Hayduk bei einem für mich zubereiteten Mittagessen mit 350 kcal (nach dem Motto: "Auch der Chefarzt hat es nötig!")

Das besondere Konzept bestand darin, dass nach der stationären eine mindestens einjährige ambulante Nachbetreuung im Sinne einer Gruppentherapie erfolgte. Dieses Konzept wurde neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechend weiter ausgebaut, so dass mittlerweile zwei Gruppen pro Jahr stationär aufgenommen werden. Es handelt sich dabei um sehr sorgfältig ausgewählte Patienten; von circa 150 pro Jahr vorgestellten übergewichtigen Kindern werden etwa 20 in eine stationäre Betreuung genommen. Es wird insbesondere auf die langfristigen Erfolgsaussichten geachtet, da diese Maßnahmen einen sehr hohen finanziellen und personellen Aufwand erfordern.



Copyright ZKJ
Altötting und
nytec-multimedia
2014