Jahr 1992

Das Jahr 1992 war sehr stark von der Fortentwicklung der neonatologischen Intensivstation geprägt. Durch die Aufnahme von drei neonatalen Intensivbetten in die Landesplanung mit Schreiben des Sozialministeriums vom 29.04.1991 reichten die zwei vorhandenen Räume nicht mehr aus und es wurde der erste größere Umbau seit Bestehen der Pädiatrie im Kreiskrankenhaus Alt-/Neuötting vorgenommen. Ein Lagerraum wurde in einen dritten Raum für die neonatologische Intensivstation, auch zur Behandlung größerer Kinder geeignet, umgebaut.

Abb.: Die Umbauarbeiten der Neugeborenen-Intensivstation im Mai 1992

Gleichzeitig wurden baurechtliche Bestimmungen für die Intensivbehandlungspflege umgesetzt, unter anderem mussten besondere Fußböden eingebaut sowie die Gas- und Stromversorgung erheblich umgebaut und modifiziert werden. Im August 1992 konnte dann in die neuen Räumlichkeiten eingezogen und das erste Kind behandelt werden.

Abb.: Behandlung des ersten Kindes nach dem Umbau im August 1992. Im Vordergrund Oberarzt Dr. Arijanto bei einer Ultraschalluntersuchung, im Hintergrund die leitende Schwester der Intensivstation, Schwester Brigitte Prähofer, die seit Bestehen der Kinderabteilung im Kreiskrankenhaus Stationsschwester ist

Damit hatte der Ausbau der neonatologischen Intensivmedizin seinen ersten Höhepunkt erreicht. Eine Verlegung von Kindern war im weiteren Verlauf nur noch bei Spezialindikationen erforderlich. Es wurde eine enge Zusammenarbeit mit der neonatologischen Intensivstation des Dr.-von-Haunerschen Kinderspitals unter Leitung von Professor Dr. Simbrunner und dem Münchener neonatologischen Qualitätszirkel eingegangen, um neonatologische Intensivtherapie auf höchstmöglichem Niveau durchführen zu können. Die Neonatologiestatistik zeigt die Effektivität, obwohl zunehmend Extremfrühgeborene bis unter 600 g behandelt wurden.

Abb.: Perinatalstatistik 1980 bis 2004 im Vergleich mit den Ergebnissen der Bayerischen Perinatalstatistik, an der die Abteilung in Altötting teilnimmt. Es fällt der hohe Anteilder Sterblichkeit (Angaben in Promille) vor der Zusammenlegung des Kreiskranken- und Kinderkrankenhauses auf

Voraussetzung für die Genehmigung dieser Station war der Nachweis, dass eine ortsnahe Versorgung von Frühgeborenen eine Reduktion der Sterblichkeit, aber auch eine erhebliche Verbesserung des Gesundheitszustandes der Kinder nach der Behandlung (= Outcome) erbringt.

Die Primärversorgung bereits im Kreißsaal durch einen qualifizierten Neonatologen gehört unbedingt dazu.

Abb.: Perinatologie beginnt im Kreißsaal. Hier (von links nach rechts) Hebamme Frau Bartels, PD Dr. Schmid, Schwester Brigitte Prähofer und Oberarzt Dr. Schuierer

Parallel zu diesen Maßnahmen wurde die Versorgung des Kreißsaales in Burghausen, die schon in den 80er Jahren begonnen wurde, zunehmend ausgebaut und intensiviert. Eine Erweiterung fand diese Tätigkeit im Jahr 1997/98 durch die Mitbetreuung des Kreißsaales und Neugeborenenzimmers im Kreiskrankenhaus Mühldorf.



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