Jahr 1998

Die erste Jahreshälfte 1998 war für den Vorstand des Sozialpädiatrischen Zentrums von weitreichenden und zum Teil schwerwiegenden Entscheidungen geprägt. Die Finanzierung musste entsprechend den Zusagen und Absagen der Stiftungsgelder mehrfach modifiziert werden, zuletzt am 31.03.1998.

Abb.: Der Vorstand des Sozialpädiatrischen Zentrums am 02.06.1997 bei der Baubesichtigung (von rechts nach links):N otar Germar Spaett, 2. Vorsitzender Max Beyerlein, Bürgermeister Herbert Hofauer,1. Vorsitzender Prof. Dr. Ronald Schmid. Nicht im Bild Geschäftsführer Roland Hampel, der fotografierte

Bei einer Ortsbesichtigung durch Herrn Ministerialrat Weber, Frau Groth-Wollmann (beide Sozialministerium) und Frau Seidl (Regierung von Oberbayern) wurde die Finanzierung, insbesondere bezüglich der Außenanlagen, nochmals modifiziert.

Die Arbeit auf der Kinderstation war durch eine extrem starke Infektwelle geprägt, unter anderem auch durch die Auswirkungen zahlreicher Meningokokkenerkrankungen im Landkreis Rottal-Inn.

Es gab Tage, an denen aus Platzmangel mehr Kinder in auswärtige Krankenhäuser verlegt werden mussten, als in Altötting aufgenommen werden konnten.

Die regelmäßigen abendlichen Besprechungen wurden von 1998 an teilweise durch den neu ernannten Funktionsoberarzt Dr. Käsbauer geleitet.

Abb.: Bei der abendlichen 18-Uhr-Besprechung (von links nach rechts): Dr. Komm, Oberarzt Dr. Arijanto, Oberarzt Dr. Käsbauer

Im Februar 1998 beschloss der Landkreis Altötting die Umbenennung der Kinderstation in "Zentrum für Kinder und Jugendmedizin". Im Jahr 1998 stellte sich die Entwicklung des Zentrums für Kinder und Jugendliche weiterhin positiv dar. Grenzen setzten seinerzeit die räumlichen und personellen Bedingungen.

Abb.: Patientenzahlen und Entwicklung am Zentrum für Kinder und Jugendliche von1983 bis 2004. Ersichtlich wird daraus der Neubeginn in der neonatalogischen Intensivmedizin Ende der 80er Jahre, im SPZ 1991 und der Tagesklinik im Jahr 2000. Die Patienten der Psychosomatischen Abteilung und der Kinder- und Jugendpsychiatrie sind noch nicht dargestellt, nachdem diese Abteilungen erst im Jahr 2005 ihre Arbeit auf genommen haben

Es sei an dieser Stelle den an der Finanzierung des Bauvorhabens beteiligten Personen ausdrücklich gedankt. In erster Linie hat Herr Verwaltungsleiter Roland Hampel, ab 1991 gleichzeitig Vorstandsmitglied als Geschäftsführer des Sozialpädiatrischen Zentrums Inn Salzach, die Wünsche der pädiatrischen Abteilung vorbereitet und deren Finanzierbarkeit überprüft.

Abb. Der Vorstand des Sozialpädiatrischen Zentrums bei der Besichtigung des Neubaus am 15. September 1998. Von links nach rechts: Beisitzer Karl-Heinz Wimmer, Geschäftsführer Roland Hampel, stellvertretender Vorsitzender Herbert Hofauer, Beisitzer Rainer Siebzehnriebl, Beisitzer Germar Spaett, 1. Vorsitzender Prof. Dr. Ronald Schmid

Ihm sei an dieser Stelle für die immer konstruktive Kooperation und die Ausschöpfung aller legalen Möglichkeiten in seiner ruhigen, überlegten Art gedankt. Wie bei Treffen mit anderen pädiatrischen Chefärzten zu erfahren war, ist Herr Hampel einer der wenigen Verwaltungsleiter, die versuchen das umzusetzen, was an Wünschen aus dem Krankenhaus bzw. dem Sozialpädiatrischen Zentrum an ihn herangetragen wird. Dass dies immer unter dem Aspekt der finanziellen Gegebenheiten erfolgte, ist aus den Bilanzen ersichtlich.

Weiterhin sei den anderen Vorstandsmitgliedern für die ständige konstruktive Kooperation gedankt: Herrn Max Beyerlein aus dem Landkreis Rottal-Inn (ab Mai 1998 Herr Karl-Heinz Wimmer) als Vertreter der Landkreise und 2. Vorsitzenden, Herrn Bürgermeister Hofauer, Altötting, als Vertreter der Arbeiterwohlfahrt und Herrn Germar Spaett, Altötting, als Vertreter der Caritas, ab Juli 1997 Herrn Rainer Siebzehnriebl aus dem Landkreis Mühldorf. Weiterhin gilt der besondere Dank Herrn Landrat und Senator Seban Dönhuber.

Ohne seine Mithilfe wäre die einmalige Konstruktion des in breiter Verantwortung getragenen SPZ nicht entstanden.

Vermutlich wäre auch die weitere Entwicklung anders verlaufen. Seine positive Einstellung zum Bauprojekt war für Frau Staatsministerin Barbara Stamm Voraussetzung, um für das Projekt grünes Licht zu geben. Herrn Ministerialrat Max Weber vom Sozialministerium ist für seinen jederzeit intensiven Einsatz für das Vorhaben und seine tatkräftige Unterstützung durch Argumente, aber auch natürlich Finanzen, recht herzlich zu danken.

Grundlage des großen Verständnisses ist sicher auch seine berufliche Qualifikation als Diplompsychologe. Fachlich und in der Ausführung unterstützten Frau GrothWollmann vom Sozialministerium und Frau Seidl von der Regierung von Oberbayern das Projekt zu jedem Zeitpunkt uneingeschränkt.

Voraussetzung für die Erstellung des Projektes von Seiten des Sozialministeriums war die Beteiligung der Landkreise Mühldorf und Rottal-Inn. Ohne die Zustimmung von Herrn Landrat Rambold und Frau Landrätin Bruni Mayer und die Unterstützung der Gremien in den beiden Landkreisen wäre der Bau wohl auch nicht zustande gekommen.

Abb.: Luftaufnahme des Kreiskrankenhauses Alt-/Neuötting im September 1998. Der Anbau hebt sich farblich an der linken oberen Ecke (Nord-Ost-Seite) ab. Zusätzlich wurden noch über 100 neue Parkplätze geschaffen

Zu danken ist außerdem der Bayerischen Landesstiftung für den Zuschuss in Millionenhöhe, der Aktion "Sternstunden" des Bayerischen Rundfunks und der Christian-Seltmann-Stiftung.

Das Vorhaben wäre auch nicht verwirklicht worden ohne das engagierte Personal von Kinderabteilung und SPZ. Ich möchte insbesondere den Oberärzten Dr. Nono Arijanto, Dr. Stefan Schuierer, Dr. Hermann Kühne, Dr. Ludwig Käsbauer und Dr. Frank-Martin Zech für ihre massive Unterstützung danken. Ebenso gilt mein Dank Schwester Brigitte Prähofer und Schwester Brigitte Basler für ihre ständige Unterstützung des Projektes und der Anliegen des Pflegepersonals. In den weiteren Kapiteln des Buches wird ersichtlich, dass das Personal enorm kompetent und engagiert ist. Jeder möge sich im weiteren Text aus den qualifizierten Beiträgen ein eigenes Bild vom Personal des Zentrums für Kinder und Jugendliche Inn-Salzach machen.

Die gesamte Beschilderung und Orientierung ist mit handgetöpferten Symbolen und Figuren durch Frau Angelika Hofauer gestaltet. Ein Märchen der OdschibwäIndianer ist auf den Figuren eingraviert.



Abb. 3.49 Die Wegweisung im Sozialpädiatrischen Zentrum wird für die vier Bereiche durch vier Farben symbolisiert. Diese Farben finden sich bei den Kindern, die im Garten arbeiten, wieder. In die Körper der Kinder eingraviert ist das Märchen der Odschibwä-Indianer

Dieses Märchen ist ein Sinnbild für die Tätigkeit des Sozialpädiatrischen Zentrums. Die Eingangshalle ist geprägt durch Spielbereiche für jüngere Kinder und ruhigere Bereiche für ältere Kinder und Eltern.

Abb.: Wartebereich für jüngere Kinder im Erdgeschoss

Abb. Für die Jugendlichen und Eltern sind ruhigere Nischen zum Lesen und zur Selbstbeschäftigung vorgesehen

Neue Möglichkeiten eröffneten der SI-Raum (siehe auch Kapitel 21.2.1) und der geräumige Psychomotorikraum (siehe auch Kapitel 25.3.3).

Abb.: Blick in den SI-Raum mit seinen zahlreichen therapeutischen Ansätzen

Das breite Therapieangebot in den Räumen wird ergänzt durch einen Sinnesgarten, in dem Geruchs-, Geschmackssinn, der Gehörsinn, das Sehen und das Fühlen erlernt werden können.

Abb.: Zwei Patienten des Sozialpädiatrischen Zentrums bei der Erstbepflanzung des Blumengartens. Dieser Gartenteil dient der Schulung der Geruchswahrnehmung

 

Eine wichtige Ergänzung der pädiatrischen Station ist die Erweiterung der Kinderabteilung um sechs Patientenzimmer, in denen zwölf Kinder mit einer Begleitperson zusätzlich aufgenommen werden können. Hierdurch soll die kindgerechte Betreuung während eines stationären Aufenthaltes verbessert werden.

Abb.: Durch die Schaffung neuer Möglichkeiten zur Aufnahme von Mutter und Kind konnte eines der wesentlichen Defizite der letzten Jahre beseitigt werden



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