Das Therapiekonzept

Am Anfang jeder Therapiestunde findet ein kurzer verbaler Austausch statt. Das Kind oder der Jugendliche hat die Gelegenheit, über die vergangene Woche zu berichten und seine Anliegen und Wünsche zu äußern. Wenn das Kind/der Jugendliche für die gestalterische Arbeit keinen Einstieg findet, gibt der Therapeut Impulse, die das Kind dann aufgreift und alleine weiterführt, damit die eigene Spontaneität und Ausdrucksfähigkeit bewahrt bleibt.

Impulse mit verschiedenem Ansatz werden entsprechend dem Therapieziel gegeben: 

  • Über unterschiedliche bildnerische Techniken, deren Spielcharakter der Arbeit alles auf Leistung Gehende, alles Unfreie und Verkrampfte nimmt. Es geht um das Experimentieren mit Farben und Material. Diese Art, ohne Plan und ohne Vorentwurf unmittelbar zu malen, zu gestalten, gibt Gelegenheit zu freier Expressivität. Sie lockert und ermöglicht den spontanen Gefühlsausdruck;
  • Zur Anregung der eigenen Individualität. Dies geschieht durch Einsatz gezielter Themen aus anstehenden Problemen, aus dem Alltag, aus Märchen, durch Malen zu Musik usw.
  • Über das dialogische Malen, das Malen zu zweit. Das ist ein nonverbaler Austausch, eine Begegnung auf der Bildebene.

Das Kind/der Jugendliche hat dann ausreichend Zeit, sich mit seinen Gefühlen, Emotionen, Bedürfnissen und Wünschen mit Hilfe von Farben, Form und Material in seinem eigenen Tempo und in einer geschützten Atmosphäre auseinander zu setzen.

Abb.: Experimentieren mit Farben

Wenn das Bild oder die Plastik fertig sind, werden sie gemeinsam betrachtet. Der Therapeut versucht, mit dem Kind oder dem Jugendlichen in ein Gespräch zu kommen.

Das Kind/der Jugendliche soll aber nicht das Gefühl haben, es/er müsse sein Bild erklären, müsse eine Antwort geben. Der Therapeut beschreibt, was er sieht, ohne zu interpretieren und ohne zu werten, und das Kind/der Jugendliche hat die Wahlfreiheit, verdeutlichen und erzählen zu können oder nicht. Die Erfahrung zeigt, dass es auf diese Weise viel leichter fällt, sich zu äußern.

Für jedes Kind wird eine eigene Mappe angelegt. Am Ende der Therapie nimmt sie das Kind/der Jugendliche mit nach Hause. Die Bilder werden auch zeitweise mit Einverständnis der Kinder im Gang des ZKJ ausgestellt und bekommen somit einen besonderen Wert.



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