Kunsttherapie

Josée Spaett

Die Kunsttherapie ist eine junge Disziplin. Vor 30 Jahren war sie noch weitgehend unbekannt. Sie ist aber mittlerweile fester Bestandteil des psychologischen und psychiatrischen Behandlungsspektrums. Die Kunsttherapie ist eine Therapieform, die die heilende, fördernde und stärkende Wirkung von Malen, Zeichnen und plastischem Gestalten nutzt. Es geht dabei nicht um das Schaffen von Kunstwerken, ästhetischen Objekten, sondern um den persönlichen, unmittelbaren Ausdruck von Bewusstseinsinhalten mit kreativen Mitteln aus inneren schöpferischen Ressourcen. Dieser positiven Impulse haben wir uns in der Kindheit spontan bedient, aber später wurden sie leider zu oft verschüttet.

Die Kunsttherapie ist primär eine nonverbale Therapie. Im Vordergrund steht der Gestaltungsprozess, der von der verbalen Ebene unabhängig ist. Der Patient findet Formen und Farben, um Situationen, Gedanken und Gefühle zu verarbeiten. Alles, was ihn bedrückt, braucht Ausdruck, damit es ihn nicht erdrückt.

Die Kunsttherapie kann sich auch mit speziellen Ansätzen wie der Psychoanalyse, der Verhaltenstherapie oder der Gesprächstherapie mischen. Die Kunsttherapie ist für Kinder und Jugendliche besonders geeignet, da diese sich mit gestalterischen Medien oft ungezwungener ausdrücken und mitteilen können als durch Worte. Im Malen, Zeichnen, im Arbeiten mit Ton und Gips können sie sich selbst erfahren, erleben, wahrnehmen ohne Leistungsdruck, ohne Angst vor Kritik. So macht ihnen das künstlerische Medium Freude und spricht gleichzeitig ihre Ressourcen und Selbstheilungskräfte an.



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