Elternarbeit

Neben der Arbeit am Kind ist letztlich die Elternarbeit ein wichtiger Schwerpunkt. Die Therapeutin tritt ja immer nur stundenweise in das Leben des Kindes. Die Therapie muss vor allem von den Eltern angenommen werden. Der beste Erfolg wird erzielt, wenn beide Eltern mitarbeiten, Vater und Mutter gleich gut über die Probleme ihres Kindes und eine mögliche Hilfestellung Bescheid wissen. Dies ist jedoch nur in Ausnahmefällen möglich. Meist muss es genügen, wenn ein Elternteil direkt in die Therapiesituation eingeschlossen ist, der andere Elternteil "aus zweiter Hand" informiert wird, weil er berufstätig ist.

Vor Therapiebeginn sollte die Erwartungshaltung gegenüber Kind, Therapeut und Eltern geklärt werden. Oftmals muss man den Eltern helfen, das Bild vom Wunschkind aufzugeben und das Kind mit "unerwarteten Besonderheiten" anzunehmen. Die Eltern müssen in die Therapiestunde integriert werden unter Berücksichtigung des Kindes, seines Mitspracherechtes (Schulkind) und der Beziehungsstruktur (Kind-Therapeut-Eltern). Durch passive Teilnahme am Geschehen soll ihre Beobachtungsgabe geschult werden, die vielleicht zu einer veränderten Einstellung gegenüber der Besonderheit des Kindes führt und mehr Gespür für Bedürfnisse und Interessen entstehen lässt.

Die Einbeziehung in die aktive Materialarbeit kann auch als Interaktionsbeobachtung und Interaktionstraining dienen. Für das Interaktionstraining sind Videoaufnahmen von gezielten Spielsituationen mit anschließender gemeinsamer Videoanalyse hilfreich.



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