Ursprung der Montessori-Pädagogik

Dr. Maria Montessori lebte von 1870 1952. Als Assistenzärztin 1896 in der psychiatrischen Universitätskinderklinik Rom sah sie "Schwachsinnige" zusammengepfercht in kerkerartigen Räumen sich selbst überlassen. Montessori schrieb: "Es wurde mir zunehmend klar, dass die geistige Unzulänglichkeit weitaus mehr ein pädagogisches Problem ist als ein medizinisches." Durch das Anbieten spezifischer, oft dem Alltagsleben entnommener Materialien förderte sie die "Schwachsinnigen" in ihrer Motorik, Wahrnehmung und Imitationsfähigkeit.

Abb.: Dr. Maria Montessori (1870 – 1952)

Die Erziehung soll mit den einfachen, praktischen Dingen des Lebens beginnen, dann folgt die Schulung der Sinne, darauf baut die Erziehung des Verstandes auf. Ziel ihrer neuen Erziehungsmethoden bei "Schwachsinnigen" war, armen und zurückgebliebenen, von Konstitution und Schicksal benachteiligten Kindern in ihrer geistigen, seelischen und körperlichen Entwicklung zu helfen und ihnen mehr Selbständigkeit zu geben.

Durch das Beschaffen und Bereitstellen von greif- und begreifbarem Arbeitsmaterial erzielte sie verblüffende Erfolge.

Abb.: Greif- und begreifbares Arbeitsmaterial aus dem Bereich der Mathematik; Kettenkasten mit Hunderterkette, Tausenderkette in Gold als Zehnerstangen unterteilt, Quadrate und Quadratketten in bunt als Perlenstangen von 1- 9; Kuben und Kubikketten in bunt als Perlenstangen von 1–9

Daraus entstand das Bedürfnis, sich in Zukunft mit "gesunden" Kindern zu beschäftigen. 1901 wendete sich Montessori von der Medizin und Sonderschulerziehung ab, hin zur Erziehung gesunder Kinder. 1907 gründete sie in San Lorenzo, einem slumähnlichen Viertel Roms, die erste "Casa dei Bambini" – das Kinderhaus.

Es wurde ein Raum eingerichtet, der den Bedürfnissen der Kinder voll entsprach. Die vorbereitete Umgebung ermöglichte es dem Kind erstmals, sein Material selbst zu wählen und selbst die Dauer der Materialarbeit zu bestimmen. Es herrschte Freiheit anstatt Autorität innerhalb bestimmter, sorgfältig definierter und pädagogisch sinnvoller Grenzen. Hierbei wurde beobachtet, dass Kinder geradezu gierig nach Beschäftigung sind. 1909 legte Frau Dr. Montessori die Erfahrungen aus dem Kinderhaus, die Ergebnisse der teilnehmenden Beobachtung als Grundlagen der Montessori-Pädagogik und die darauf aufbauenden pädagogischen Grundprinzipien erstmals schriftlich nieder.



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