Ärztliche und psychologische Psychotherapie

Ursula Heumann, Andreas Hiller-Schneidewendt, Karin Källman, Dr. Hermann Kühne, Annika Münchmeier, Christian Weiß

Was ist Psychotherapie?

Die allgemeinste Antwort wäre: Eine Behandlung nicht mit medikamentösen, sondern mit psychologischen Mitteln durch einen dafür ausgebildeten Arzt, Psychologen oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten. Eine exaktere Definition würde lauten: Psychotherapie ist die bewusste und geplante Behandlung von psychosozial oder psychosomatisch bedingten Verhaltensstörungen und Leidensumständen mit wissenschaftlichpsychotherapeutischen Methoden.

Wie zuvor bereits festgestellt wurde, gehören Diagnostik und Therapie so zusammen: Nicht jede Diagnostik zieht eine Therapie nach sich, aber jeder Therapie hat eine fundierte Diagnostik voranzugehen, aus der sich dann die Empfehlung eines bestimmten Behandlungsplanes herleitet. Ziel einer psychotherapeutischen Maßnahme ist die Heilung oder Linderung von psychischen Störungen mit Krankheitswert.

"Psychotherapie" bedeutet übersetzt etwa "Behandlung der Seele". Was aber soll hier nun behandelt werden? Was versteht man in diesem Zusammenhang unter "Seele"? Sehr vereinfacht könnte man es, für unsere Zwecke, so ausdrücken: "Seele" ist das Zusammenwirken von Verstand (Denken), Gefühlen (Emotionen) und Verhalten.

Als Verstand (Denken) bezeichnen wir dabei die Verknüpfung verarbeiteter Wahrnehmungen, während den Gefühlen (Emotionen) die unbewusste Bewertung von Wahrnehmungen und/oder deren Verknüpfungen zu Grunde liegt – meist als Folge vergangener Erfahrungen bzw. Erlebnisse und deren jeweiliger Auswirkungen. Verhalten hingegen ist alles, was man tut oder auch nicht tut (man kann sich nicht nicht verhalten) und was beobachtet werden kann. Die "Behandlung der Seele" besteht nun darin, dass Psychotherapie versucht, die genannten "Seelenbestandteile" zu verändern. Bei der Auswahl dieser Bestandteile unterscheiden sich die einzelnen Therapieverfahren. Psychotherapie ist also geplant und zielorientiert. Sie wird dann eingesetzt, wenn Denken, Gefühle und Verhalten eines jüngeren oder älteren Menschen die Entfaltung der in ihm angelegten Möglichkeiten und seine Lebensbewältigung gefährden.



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