Diagnostik und Aufstellung von Behandlungsplänen

Der Sozialpädagoge arbeitet im Sozialpädiatrischen Zentrum in einem Team gemeinsam mit Vertretern anderer Berufsgruppen zusammen. In diesem Team ist er auch an diagnostischen Prozessen beteiligt, die im Sinne einer "mehrdimensionalen Bereichsdiagnostik" erfolgen.

Es wird dabei versucht, einen möglichst umfassenden Eindruck von der geistigen, körperlichen, psychischen und sozialen Entwicklung eines Kindes zu erhalten. Der Sozialpädagoge trägt dabei vor allem zur Klärung der sozialen Begleitumstände und des psychosozialen Hintergrundes bei.

Zunehmend wichtiger erscheint in den letzten Jahren auch eine "Ressourcenanalyse". Dabei geht es darum festzustellen, welche Fähigkeiten und Stärken ein Kind und seine Familie mitbringen, um die aktuelle problematische Situation zu bewältigen. Zu berücksichtigen ist auch, welche Unterstützung und welchen Rückhalt die Familie durch Freunde, Bekannte und Verwandte erlebt.

Konkret bedeutet dies, dass der Sozialpädagoge im Gespräch Informationen sammelt über die Lebensgeschichte, Familienhintergründe, die wirtschaftliche Situation der Familie, Erziehungsvorstellungen der Eltern, Belastungen etc. Besondere Bedeutung kommt hier auch der Schilderung spezieller, oft kritischer Lebensereignisse zu. Ziel eines oder mehrerer solcher Gespräche ist es auch, das Problem möglichst konkret zu definieren. Es interessiert, welche Erwartungen und Zielvorstellungen die Familie hat, welche Schritte und Ziele aus eigener Initiative erreicht werden können und an welchen Punkten die Familie Unterstützung von außen benötigt.

Das interdisziplinäre Team trifft sich regelmäßig und bespricht dabei die Problematik von Kindern und Jugendlichen, die neu vorgestellt wurden. Ziel dieser Besprechungen ist auch die Aufstellung eines Behandlungsplanes. In diese Planung fließen die Informationen aller Teammitglieder ein, die bis zu diesem Zeitpunkt das Kind und seine Familie kennen gelernt haben. Wenn das Kind und seine Familie weiter betreut werden, sollte in regelmäßigen Abständen eine "Zwischenbilanz" gezogen und das weitere Vorgehen darauf abgestimmt werden. Dazu dienen regelmäßig angefertigte Behandlungsberichte und Diskussionen im Team.



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