Allergie und Ernährung

Die Zahl der Allergien nimmt, wie zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegen, in den letzten Jahrzehnten deutlich zu. Vorbeugende Maßnahmen können helfen, Allergien vorzubeugen, unter anderem auch die Ernährung des Säuglings vom 1. Lebenstag an. In der Laienpresse erscheinen zu diesem Punkt immer wieder gegenteilige Aussagen. Die folgenden Empfehlungen können jedoch nach dem derzeitigen Stand als wissenschaftlich abgesichert angesehen werden.

Besonders wichtig ist die Einhaltung dieser Maßnahmen bei Neugeborenen, die erhöht allergiegefährdet sind. Dies sind Kinder, bei denen ein oder gar mehrere nahe Verwandte bereits Allergien haben. Die häufigsten allergischen Erkrankungen sind: Heuschnupfen, Asthma bronchiale, Neurodermitis, Arznei-/Nahrungsmittelallergien.

Abb.: Hochgradige Allergie auf Kuhmilch. Wenige Minuten nach Gabe einiger Tropfen auf die Lippen erscheint die allergische Hautreaktion. Bei weiterer Milchfütterung würde es auch zu Erbrechen und Kreislaufkollaps kommen

Wichtige Maßnahmen zur Vermeidung einer Allergie bei familiärer Belastung sind:

  1. Ausschließliches Stillen (alternativ: hypoallergene Nahrung) mindestens vier, besser sechs Monate lang
  2. Möglichst allergenarme Ernährung der stillenden Mutter (keine Kuhmilch, keine Eier, kein Fisch, keine Zitrusfrüchte, keine Nüsse, keine Schokolade - als wichtiger Eiweißlieferant bleibt vor allem Fleisch)
  3. Später Beikostbeginn, am besten erst nach dem 6. Lebensmonat. Auch nach dem 6. Lebensmonat Vermeiden von stark allergenen Lebensmitteln wie Kuhmilch, Soja, Eier, Weizen.
  4. Hauptnahrungsmittelallergene wie Ei, Kuhmilch, Soja, Weizen, Zitrusfrüchte, Fisch sollten bei gefährdeten Kindern erst nach dem 1. Lebensjahr gegeben werden.
  5. Rauchverbot im häuslichen Milieu und in der Familie

Abb.: Leichte Form einer Neurodermitis mit einem juckenden Ekzem in den Kniekehlen. Diese Symptomatik kann sich in schweren Fällen auf den ganzen Körper ausdehnen

Abb.: Hochgradige Allergie auf Kuhmilch. Wenige Minuten nach Gabe einiger Tropfen auf die Lippen erscheint die allergische Hautreaktion. Bei weiterer Milchfütterung würde es auch zu Erbrechen und Kreislaufkollaps kommen

Kinder mit hochgradiger Allergieanamnese sollten, wenn möglich, unbedingt sechs Monate lang gestillt werden. Falls dies nicht geht, sollte nur hypoallergene Nahrung (Milch mit der Bezeichnung: HA) verwendet werden (keine Kuhmilchprodukte, kein Kuhmilchbrei usw.). So kann das Allergierisiko gesenkt werden. Ein Nachteil ist allerdings, dass hypoallergene Nahrung teurer ist als solche auf Kuhmilchbasis und auch geschmacklich manchmal von den Kindern nicht gerne akzeptiert wird.

Wenn die Muttermilch zur Ernährung des Neugeborenen zu Beginn des Stillens nicht ausreicht, sollten diese Kinder bei einem hohen familiären Allergierisiko zusätzlich ausschließlich eine so genannte hypoallergene Nahrung bekommen. Meist wird dies nur kurze Zeit nötig sein, bis genügend Muttermilch vorhanden ist. Wenn das Kind nach einigen Wochen nicht mehr gestillt wird, sollte mit dem Kinderarzt oder betreuenden Arzt wegen der weiteren Ernährung ein Beratungsgespräch geführt werden. Bei nicht besonders allergiegefährdeten Kindern kann auf eine normale Säuglingsmilch übergegangen werden.



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