Vorsorgeuntersuchungen

10 Vorsorgeuntersuchungen vom Tag der Geburt bis zum Ende des Kindesalters (U 1 bis U 10) sind empfohlen und werden von den Krankenkassen bezahlt. Folgende Zeiträume sind jeweils vorgesehen:

  • U 1 - Nach der Geburt
  • U 2 - 3.- 10. Lebenstag
  • U 3 - 4.- 6. Lebenswoche
  • U 4 - 3.- 4. Lebensmonat
  • U 5 - 6.- 7. Lebensmonat
  • U 6 - 10.- 12. Lebensmonat = 1 Jahr
  • U 7 - 21.- 24. Lebensmonat = 2 Jahre
  • U 8 - 42.- 50. Lebensmonat = 4 Jahre
  • U 9 - 58.- 64. Lebensmonat = 5 Jahre
  • J 1 - 10 bis 13 Jahre (auch U10)

Die 1. Vorsorgeuntersuchung (U 1) wird in der Regel bereits im Kreißsaal durchgeführt. Zu der 2. Vorsorgeuntersuchung (U 2) kommt ein Kinderarzt und führt diese, sofern möglich, in Anwesenheit der Eltern durch.

Abb.: Bereits in der ersten Lebenswoche wird die Vorsorgeuntersuchung meist noch im Krankenhaus durchgeführt

Dabei steht er auch für alle Fragen zur Verfügung. Auch wenn im Vorsorgeheft bei der U 1, U 2 oder anderen Untersuchungen kein krankhafter Befund eingetragen ist und das Kind somit als gesund angesehen wurde, sollte keinesfalls auf die anderen Untersuchungen verzichtet werden. In jeder Altersstufe und damit zu jedem Vorsorgezeitpunkt wird neben der allgemeinen Untersuchung auf altersspezifische Erkrankungen geachtet. Es gibt Störungen, die erst bei der U 8, U 9 oder gar U 10 erkannt werden können. Wird dies versäumt, so können schwerwiegende, dauerhafte Erkrankungen oder Störungen auftreten.

Im Rahmen der Untersuchungen in der ersten Lebenswoche wird jedem in Deutschland geborenen Kind aus der Ferse Blut entnommen, um eine Reihe von Stoffwechselerkrankungen auszuschließen.

Abb.: Abnahme des Blutes für das Stoffwechselscreening auf ein Löschblatt

Die Zahl der bisher untersuchten 5 Krankheiten wurde seit dem Jahr 2005 durch ein neues Screening Programm auf 12 Krankheiten erhöht. Es handelt sich dabei durchwegs um Krankheiten (z. B. Schilddrüsenunterfunktion, Phenylketonurie), die zu einer schweren Entwicklungsstörung führen, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt werden. Im Falle der Diagnostik sind sie alle beeinflussbar. Blutentnahme und Untersuchung müssen von den Eltern durch Unterschrift genehmigt werden. Falls das Screening eine Auffälligkeit ergibt, werden Sie telefonisch benachrichtigt. Erschrecken Sie nicht zu sehr, falls eine Benachrichtigung kommt, da aus Sicherheitsgründen auch zum Teil gesunde Kinder durch das Screening erfasst werden.

Lassen Sie aber die telefonisch dann empfohlenen weiteren Untersuchungen durchführen. Sie werden innerhalb von 1 – 2 Wochen eine zuverlässige, endgültige Antwort haben. Wenn Sie nichts hören, ist der Befund bei Ihrem Kind normal.

Neben den Vorsorgeuntersuchungen sollten die Eltern und Angehörigen mithelfen, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Dies ist insbesondere beim Hören, Sehen und Sprechen nötig. Ein Hörscreening wird im Neugeborenenzimmer durchgeführt.



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