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Oleksandr Shevchenko
Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
Bio- und Neurofeedback sind neue Therapieangebote, die vor allen Dingen im Rahmen der Verhaltenstherapie und -medizin ihre Anwendung finden. Sie haben keinerlei Nebenwirkungen und werden daher auch immer beliebter. Mittlerweile sind die technischen Gegebenheiten so weit fortgeschritten, dass sie in zahlreichen Praxen Anwendung finden. Wir sind von diesen Verfahren überzeugt und bieten sie daher seit neuestem auch im Rahmen der Psychiatrischen Institutsambulanz an.
Biofeedback ist ein verhaltensmedizinisches Trainingsverfahren, das körperliche Prozesse sichtbar macht und gezielt regulierbar werden lässt. Es unterstützt Patientinnen und Patienten dabei, Einfluss auf unbewusst ablaufende Körperfunktionen zu nehmen.
Biofeedback kommt insbesondere zum Einsatz bei:
Tic-Störungen
Kopfschmerz vom Spannungstyp, Migräne
Stress, Burnout und stressassoziierten Beschwerden
Angststörungen, Panikstörungen, Posttraumatische Belastungsstörungen
Depression (unterstützend)
Bluthochdruck (unterstützend)
Muskelverspannungen
Bruxismus (Zähneknirschen)
Schlafstörungen insbesondere Insomnia (Schlaflosigkeit)
Ziele des Biofeedbacks sind die Reduktion von Beschwerden, die Verbesserung der Körperwahrnehmung sowie die Förderung aktiver Selbstkontrolle und Entspannung.
Neurofeedback ist ein wissenschaftlich fundiertes Verfahren der Selbstregulation, das die Aktivität des Gehirns trainiert. Es kann als eigenständige Therapie oder begleitend zu medizinischen und psychotherapeutischen Behandlungen eingesetzt werden.
Neurofeedback wird u. a. angewendet bei:
· ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen)
· Lern- und Leistungsproblemen
· Stressbedingten Beschwerden und Erschöpfungssyndromen
· Angststörungen, Panikstörungen und Posttraumatischen Belastungsstörungen
· Depression (unterstützend)
· Schlafstörungen insbesonder Insomnia (Schlaflosigkeit)
· Kopfschmerz vom Spannungstyp, Migräne
· Epilepsie (unter ärztlicher Begleitung)
· Autismus-Spektrum-Störungen (unterstützend)
Ziele des Neurofeedbacks sind Verbesserung der kortikalen Selbstregulation, Stabilisierung funktioneller Netzwerke, Förderung neuroplastischer Prozesse, Aufmerksamkeit, Verbesserung kognitiver und motorischer Funktionen, emotionaler Stabiltät.
Muskelspannung, Gehirnwellen, Herzfrequenz, relative Durchblutung, Hautleitfähigkeit, Atmung, Temperatur etc.
Was ist Biofeedback?
-Biofeedback ist ein Verfahren mit dem körperlichen Prozesse
abgeleitet, wahrnehmbar und somit bewusst gemacht werden können.
-Zusammenspiel von Psyche und Körperreaktionen sichtbar
machen und lernen diese zu einem gewissen Teil zu beeinflussen
- Sensoren werden am Körper z.B. an den Fingern, am Nacken
angebracht um körperliche Aktivität zu messen
-an einem Bildschirm können Patienten live sehen, was sich
in ihrem Körper verändert
-im Training wird vereinbart, was Patient üben soll und
welche Rückmeldung er erhält
-Rückmeldung eigener Aktivität erfolgt in visueller oder
akustischer Form, d.h. ich höre oder sehe sofort ob meine körperliche Reaktion
in die richtige Richtung geht
-Prinzip des Belohnungslernens, indem ein erwünschtes
Verhalten verstärkt wird
-Ableitung von z.B.
Hauttemperatur, elektrischer Muskelspannung, Herzfrequenz, Hautleitwert (misst
die Schweißaktivität der Haut)
-Parameter sind Stellvertreter
oder Hinweise für z.B. Gedankenkreisen, Anspannung, schlechte
Entspannungsfähigkeit
- kein Risiko durch BFB-Methode: es wird nur abgeleitet und
nichts „in den Kopf“ oder „in den Körper“ hineingeleitet
-Kindern und Erwachsenen vermittelt das Training die
Erfahrung der Selbstwirksamkeit, verbessert so das Vertrauen in die eigenen
Fähigkeiten und stärkt das Selbstbewusstsein
- werden Hirnströme gemessen, wird diese Form von BFB als
EEG-BFB oder auch Neurofeedback bezeichnet.
- aus diesem Hirnströmen (Aufzeichnung zeigt wellenförmige
Muster) werden bestimmte Frequenzen (Geschwindigkeit der Wellen: wie schnell
arbeitet unser Gehirn) angezeigt
- bestimmte Frequenzen stehen in Verbindung mit
Aufmerksamkeit, Anspannung, Müdigkeit etc.
- dabei werden die Amplituden (Schwingungshöhe) von
festgelegten Frequenzen (Alpha, Beta, Theta etc.) trainiert größer oder kleiner
zu werden
- auch hier gibt es eine akustische oder visuelle
Rückmeldung, ob ich richtig trainiere
- z.B. kann ich mittels des Trainings einen Film zum laufen
bringen
- dazu muss mein Gehirn es schaffen die richtigen Wellen zu
erzeugen
- auch hier Lernen mittels Belohnungsmechanismus und
operantem Konditionieren
- lernen sich selbst zu regulieren -> Selbstwirksamkeitserfahrung
NFB-Therapie-/BFB-Therapie brauchen 2-3 Termine in der Woche, sodass 20-30
Sitzungen stattfinden
In Abhängigkeit von Störungsbild und in
Absprache des Therapeuten wird die Anzahl der Termine festgelegt
- fehlende Kooperationsfähigkeit (abhängig vom Verfahren und Alter)
schwere instabile Allgemeinzustände
akute Status-epilepticus-Situation-unten.
Oleksandr Shevchenko
Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
Dr. rer. nat. Sandra Sittenthaler
Psychologin
Karin Källman
Psychologin